Laut einer Umfrage haben ca. 75 % aller Arztbesuche eine stressbedingte Komponente.
Doch Stress ist nicht gleich Stress. In der Medizin unterscheidet man zwischen positivem Stress (Eustress) und negativem Stress (Distress). Eustress, also „positiver Stress“, hilft uns durch Steigerung von Durchhaltevermögen, Konzentration und Motivation momentane Herausforderungen zu bewältigen. Distress, also „negativer Stress“, hingegen bewirkt vor allem über längeren Zeitraum genau das Gegenteil: er raubt uns den Antrieb, und lässt uns mit Erschöpfung und Überforderung zurück.
Stress kann sich in vielerlei Hinsicht bemerkbar machen:
Kopf- und Rückenschmerzen, Nervosität, Schlafstörungen bis hin zu Depression und Burnout.
Doch was kann man tun, um dem Teufelskreis zu entkommen?
Eine besonders schonende Lösung aus der Natur stellen die Adaptogene dar.
Adaptogene (engl. to adapt = sich anpassen) sind Pflanzen bzw. Pflanzenstoffe, welche unsere Resilienz, d.h. unsere geistige und körperliche Widerstandsfähigkeit gegenüber Stress, erhöhen.
Adaptogene sind bereits seit Jahrtausenden bekannt und in Anwendung, besonders in der Traditionell Chinesischen Medizin (TCM), jedoch wurde der Begriff erst 1947 durch den sowjetischen Wissenschaftler Nicolai Lazarev geprägt, als dieser nach einem Weg suchte, die russischen Soldaten widerstandsfähiger zu machen. Seitdem wurden zahlreiche wissenschaftliche Studien und Erfahrungsberichte über die Wirksamkeit und Sicherheit adaptogener Pflanzen veröffentlicht (Pubmed Central).
Neben der nachgewiesenen Linderung von Stress und der daraus resultierenden Beschwerden, haben Adaptogene noch weitere positive Auswirkungen auf unsere Gesundheit:
Sie wirken entzündungshemmend, schützen unsere Zellen vor oxidativen Schäden und stärken unser Immunsystem. Des Weiteren wirken sie schlaffördernd, d.h. können als nicht abhängig machende Alternative zu herkömmlichen Schlafmittel herangezogen werden.
Die bekanntesten Adaptogene sind:
- Ashwaghanda (Withania somnifeira)
- Maca (Lepidium meyenii)
- Ginseng (Panax ginseng)
- Rosenwurz (Rhodiola rosea)
- Reishi Pilz (Ganoderma lucidum)
- Raupenpilz (Cordyceps sinensis)
Besonders zu Ashwaghanda, der Schlafbeere, gibt es bereits zahlreiche Studien.
So zeigte zum Beispiel eine randomisierte Placebo-Studie, die 2019 im Medicine veröffentlicht wurde, dass die tägliche Einnahme von 240 mg Ashwaghanda über einen Zeitraum von 60 Tagen eine signifikante Stressreduktion auf Zellebene bewirken kann. Ebenso wurde beobachtet, dass Ashwaghanda die Schlafqualität und die kognitive Leistung verbessern kann.
Neben der ausgesprochen guten Wirksamkeit von Adaptogenen, ist auch zu erwähnen, dass sie weder eine Abhängigkeit noch Entzugserscheinungen verursachen, und die Nebenwirkungen in der Regel gering sind. Um Nebenwirkungen vorzubeugen ist darauf zu achten, dass die Heilpflanzen richtig dosiert werden, und auch auf den Reinheitsgrad, bzw. ein Qualitätssiegel geachtet wird. Besonders schwangere oder stillende Frauen, Diabetiker, sowie Menschen mit Herzkreislauf- oder Immunerkrankungen, sollten die Einnahme vorher mit Ihrem behandelndem Arzt oder Heilpraktiker besprechen.
Fazit
Stress kann vielerlei Ursachen haben, und genauso vielfältig sollte auch der Ansatz in der Behandlung sein. Neben ordnungstherapeutischen Maßnahmen, wie regelmäßiger Sport, ausgewogene Ernährung und einer gesunden Work-Life-Balance, bieten Adaptogene einen leicht umsetzbaren Weg, Stress auf geistiger und körperlicher Ebene zu lindern, und somit zu mehr Freude und Leichtigkeit im Alltag zu finden.
