Gewöhnliches Hirtentäschel (Capsella bursa-pastoris)
Eine weit verbreitete, aber dennoch unterschätzte Heilpflanze, ist das Hirtentäschel, welches im Frühjahr an sonnigen Plätzen zu finden ist. Wo die zu den Kreuzblütlern gehörige Pflanze beheimatet ist lässt sich nur schwer sagen, da es weltweit aufzufinden ist, und sich mit fast allen Bodenbegebenheiten arrangiert.
Das Hirtentäschel produziert eine große Menge an Samen, weshalb es selbst als einjährige Pflanze pro Jahr bis zu vier Generationen hervorbringen kann. Seine Namensgebung verdankt das Kraut der Form seiner Früchte, welche an die Taschen von Hirten erinnert, und auch als typisches Erkennungsmerkmal bei der Wildsammlung dient.
Geschichte
Die Verwendung des Hirtentäschels reicht mindestens bis zu den Römern und Griechen zurück. So erwähnte bereits Plinius der Ältere diese unscheinbare Pflanze in seiner Naturalis Historia als starkes Mittel gegen Blutungen.
Auch während des Mittelalters blieb die heimische Pflanze ein bekanntes Mittel unter Mönchen und Nonnen, welches vorrangig bei Wunden und starken Monatsblutungen zur Anwendung kam. Als es im ersten Weltkrieg zu einer Knappheit an Mutterkorn kam, blieb das Kraut seinem Anwendungsgebiet treu und wurde so etwa in Großbritannien zur Blutstillung eingesetzt.
Inhaltsstoffe & Wirkung
Die primären Inhaltsstoffe umfassen Flavonoide, Senfölglykoside, Aminosäuren, sowie verschiedene
Mineralstoffe und Vitamin C. Diese Wirkstoffe verleihen der Pflanze ihre entzündungshemmenden, blutstillenden und gefäßzusammenziehenden Eigenschaften. Wie bereits oben erwähnt, wird das gewöhnliche Hirtentäschel in erster Linie zur Wundheilung und Blutstillung eingesetzt, findet jedoch auch bei diversen Menstruationsbeschwerden, wie einer zu starken Regelbutung (Hypermenorrhoe), Anwendung.
Anwendung & Zubereitung
Ob als Tee, Tinktur oder als Zusatz in der Küche:
Das weit verbreitete Wildkraut lässt sich in vielerlei Form anwenden.
Zur Zubereitung eines Tees 1—2 Teelöffel getrocknetes Kraut mit 200 ml kochendem Wasser übergießen und ca. 10 Minuten ziehen lassen. Empfohlen werden 2-3 Tassen am Tag zur Linderung der Beschwerden. Wer eine alkoholische Tinktur herstellen möchte, kann ein Schraubglas mit dem Kraut befüllen, mit hochprozentigem Alkohol (z.B. Korn) vollständig übergießen und an einem hellen Ort unter täglichem Schütteln ziehen lassen. Nach ca. 2-4 Wochen abseihen und in eine Braunglasflasche abfüllen. In der Küche finden vor allem junge Blätter und Blüten Verwendung, als Wildkraut in Salat, Smoothie oder Kräuterquark.
Kontraindikationen
Absolutes Anwendungsverbot herrscht in der Schwangerschaft, wegen der wehenauslösenden Eigenschaften. Auch während der Stillzeit und in der Kindheit sollte auf den Verzehr verzichtet werden, da es hier an Daten zur Unbedenklichkeit mangelt. Weitere Vorsicht ist geboten bei Schilddrüsenunterfunktion, niedrigem Blutdruck, sowie der Einnahme von Antikoagulantien.
Abschließend kann festgehalten werden, dass das Hirtentäschel eine bemerkenswerte Pflanze mit vielfältigen Eigenschaften ist. Vor allem in der Naturheilkunde wird es aufgrund seiner blutstillenden und heilenden Wirkung geschätzt. Gleichzeitig verdeutlicht das Hirtentäschel die Bedeutung heimischer Wildpflanzen für Gesundheit und Natur. Durch seine weite Verbreitung und seine lange Nutzungsgeschichte bleibt es bis heute eine interessante und wertvolle Pflanze.
Wir möchten darauf hinweisen, dass die Blog-Beiträge einzig und allein der Wissensübermittlung dienen, und keinen Arzt- oder Therapeutenbesuch ersetzen. Bitte sammeln Sie nur Wildkräuter, wenn ausreichend Wissen über die Erkennungsmerkmale vorhanden ist und keine Verwechslungsgefahr mit anderen potentiell giftigen Pflanzen besteht.
