Heilpflanze des Monats Juli

Schafgarbe (Achillea millefolium L.)

Die Schafgarbe – mein absolutes Lieblingskraut! So unscheinbar sie auch ist, so vielseitig und kraftvoll ist sie auch. Im Großen und Ganzen kann man sie für fast alles benutzen: von Verdauungsbeschwerden, über Menstruationskrämpfe bis hin zu Wundheilungsstörungen und Entzündungen. Auf der geistigen Ebene steht sie für Ausdauer und Geduld – Eigenschaften, die heutzutage nicht selten zu kurz kommen.

Das ca. 15-80 cm hohe Wunderkraut ist von Mai bis Oktober an sonnigen Plätzen, wie etwa Wegrändern und Wiesen, zu finden. Den botanischen Namen „Achillea millefolium“ verdankt die Schafgarbe der griechischen Mythologie, laut deren Erzählungen der Held Achilles die Pflanze im trojanischen Krieg zur Wundheilung genutzt haben soll.

Geschichte
Die Schafgarbe ist eine der ältesten Heilpflanzen der Welt und keinesfalls örtlich begrenzt. Wie oben bereits erwähnt war sie im antiken Griechenland ein zur Wundheilung geschätztes Kraut, und fand sogar auf ferneren Kontinenten, wie etwa bei den Ureinwohnern von Amerika oder im alten China, bereits vor tausenden von Jahren Anwendung. Im deutschsprachigen Raum wurde sie von der Hl. Hildegard von Bingen im Mittelalter vorzugsweise bei Frauen- und Magenbeschwerden eingesetzt. 2025 wurde sie zur „Arzneipflanze des Jahres“ gekürt.

Inhaltsstoffe & Wirkung
Vor allem Flavonoide, ätherische Öle, sowie Gerb- und Bitterstoffe sind in der mehrjährigen Heilpflanze zu finden. Diese hochwertige Kombination an Inhaltsstoffen verleiht dem Kraut seine verdauungsfördernde, krampflösende und adstringierende Wirkung. Zudem wird dem in der Schafgarbe vorkommenden ätherischen Öl Chamazulen eine entzündungshemmende und beruhigende Wirkung nachgesagt. Durch die Vielfalt an Inhaltsstoffen hat die Schafgarbe ein weites Wirkspektrum: so findet es Anwendung bei etwa Verdauungsstörungen, Menstruations- und Wechseljahrsbeschwerden, sowie äußerlich zur Unterstützung der Wundheilung oder zur Blutstillung.

Anwendung & Zubereitung
Verwendet werden kann das ganze Kraut, das heißt alles oberhalb der Wurzel, wobei den ätherischen Ölen nachgesagt wird die höchste Konzentration in den Blüten zu haben. Schafgarbe lässt sich wunderbar mit anderen Kräutern kombinieren, etwa mit Löwenzahn, Brennnessel
und Minze um einen „Verdauungs- und Entgiftungstee“ zu zubereiten, oder aber mit Frauenmantel und Melisse für einen „Menstruationstee“.
In beiden Fällen die Kräuter zu etwa gleichen Teilen vermischen, eine Handvoll mit kochendem Wasser übergießen und ca. 10 Minuten abgedeckt ziehen lassen. Auch in der Küche ist die Heilpflanze vielseitig einsetzbar. Die Blüten kann man wunderbar als essbare Deko auf Gerichten verwenden, wohingegen die Blätter sich super im Wildkräutersalat machen, oder als Zutat in einer Kräuterbutter. Zur äußerlichen Anwendung kann ein Baumwolltuch in einem starken Schafgarbenaufguss getränkt und als Wickel bei schlecht heilenden Wunden, Ekzemen oder Hautreizungen aufgelegt werden.

Kontraindikationen
Trotz der zahlreichen positiven Wirkungen der Schafgarbe gibt es bei der Einnahme einiges zu beachten. So etwa ist die Anwendung bei vorhandenen Magen-Darm-Geschwüren und Gallenwegserkrankungen kontraindiziert, da das Kraut die Gallensekretion stark anregt, und somit die Symptomatik verschlimmern kann. Auch Schwangere sollten von der Einnahme absehen, da die heimische Pflanze wehenfördernd wirken kann, und so besonders während der ersten 12 Schwangerschaftswochen ein Risiko darstellt. Des Weiteren kann es bei vorhandener Allergie gegen Korbblütler zu Kreuzallergien kommen.

 

Die Schafgarbe ist ein echtes Multitalent unter den Heilpflanzen. Sie wächst oft direkt vor unserer Haustür und wird dennoch häufig übersehen. Dabei kann sie bei vielen alltäglichen Beschwerden eine natürliche Unterstützung sein – von Verdauungsproblemen bis hin zu kleineren Wunden.

Wir möchten darauf hinweisen, dass die Blog-Beiträge einzig und allein der Wissensübermittlung dienen, und keinen Arzt- oder Therapeutenbesuch ersetzen. Bitte sammeln Sie nur Wildkräuter, wenn ausreichend Wissen über die Erkennungsmerkmale vorhanden ist und keine Verwechslungsgefahr mit anderen potentiell giftigen Pflanzen besteht.

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